Obiri-Yeboah Mensah
Technische Universität Berlin
Zitat Obiri-Yeboah Mensah

Einmal ein Berliner, immer ein Berliner. Die pulsierende Stadt Berlin hat der Welt viel zu bieten, wenn es um hochkarätige Forschungsprogramme und unternehmerische Aktivitäten geht. Lasst uns ein Teil davon sein.

Brain City Berlin Botschafter: Obiri-Yeboah Mensah (Technische Universität Berlin)

 

Obiri-Yeboah Mensah ist Absolvent der Technischen Universität Berlin. Er absolvierte den Master of Arts in Politikwissenschaft, Bildung und Wirtschaft. Heute arbeitet er als Vertriebsmitarbeiter West- und Zentralafrika für ein österreichisches Unternehmen in Accra, Ghana. Er organisiert außerdem den Alumni-Club der TU in Ghana.

Interview

Brain City Berlin: Herr Mensah, was ist Ihr Job in Ghana?
 
Mensah: Ich bin Sales Consultant für West- und Zentralafrika. Das Unternehmen produziert Hub-, Schubladen- und Scharniersysteme für die Küchenschrankindustrie auf der ganzen Welt. Zu meinen Hauptaufgaben gehören das Management von Bestandskunden und die Akquisition von Neukunden in den Teilregionen West- und Zentralafrika. Ich berichte direkt an den Afrikadirektor am Hauptsitz von Blum in Hoechst, Österreich.


Brain City Berlin: Was ist für Sie das Spannendste an Ihrem Job?

Mensah: Das Spannendste an meiner Arbeit ist der Austausch zwischen den beiden Kulturen Europa und Afrika. Durch meinen Aufenthalt und mein Studium in Berlin verstehe ich beide Kulturen perfekt und kann die Interessen meines Arbeitgebers und meiner Kunden auf dem afrikanischen Kontinent optimal vertreten. Meine Arbeit in Afrika ist geprägt von der deutschen Kultur. Das gibt mir die Energie, immer einen Schritt voraus zu sein.


Brain City Berlin: Sie sind Alumni der TU Berlin in Ghana. Was hat Sie dazu bewogen nach Berlin zu gehen?

Mensah: Ich bin seit 1997 Alumnus der TU Berlin und habe den Master of Arts (Magister) in Politikwissenschaften, Erziehung und Wirtschaftswissenschaften erworben. Meine Deutschlehrerin in Ghana kam aus Berlin und erzählte uns viel über diese großartige und dynamische Stadt. Da ich die deutsche Sprache bis zum Abitur gelernt habe, hatte ich immer den Wunsch, eines Tages in Berlin zu leben und zu studieren. Dieser Traum wurde im Oktober 1988 wahr.


Brain City Berlin: Was hat Ihnen Ihre Zeit in Berlin gebracht - beruflich und persönlich?

Mensah: Beruflich hat mich meine Zeit in Berlin darauf aufmerksam gemacht, dass Wissen Macht harte Arbeit verbunden mit Hingabe bedeutet. Und dass Ehrlichkeit den Weg zum Erfolg ebnet. Das Studium und die Arbeit in verschiedenen Unternehmen haben es mir ermöglicht, die wahren deutschen Attribute zu verinnerlichen, die Deutschland als eines der besten Länder der Welt auszeichnen. Persönlich sind   „die deutsche Tugenden“ ein Teil von mir geworden. Ich mache heute alles so, wie ein Deutscher es tun würde.
 

Brain City Berlin: War es leicht für Sie, sich in Berlin einzuleben?
 
Mensah: Es war schon immer mein Traum, in Berlin zu leben und zu studieren. Vor meinem Studium in Berlin habe ich eine dreijährige Berufsausbildung zum Tierwirt in Krefeld absolviert. Ich konnte bereits Deutsch lesen und sprechen, sodass mein Leben in Berlin sanft begann. Ich habe meine Lebensweise schnell an die „Berliner Luft“ und Kultur angepasst. Darüber hinaus hat meine Arbeit bei der TUSMA  sehr dabei geholfen, mein Leben in Berlin zu finanzieren. Nach dem Grundstudium Vordiplom erhielt ich außerdem ein Berliner Senatsstipendium.
 

Brain City Berlin: Was gefällt Ihnen an Berlin besonders gut?

Mensah: Was mir an Berlin besonders gefällt, ist die Vielfalt der Kulturen sowie die Freiheit des Lebens und der Meinungsäußerung. Aber auch die Unterstützung, die von Berlin aus in die Welt hinausgeht, finde ich gut. Berlin heißt alle willkommen, die bereit sind, das Beste aus sich herauszuholen. Ich war Zeuge der Wiedervereinigung  und schätzte bis heute die Weisheit und die Intelligenz, mit denen damals Blutvergießen und Unruhen vermieden wurden. Meine Zeit in Berlin vor und nach dem Fall der Berliner Mauer hat mich Verhandlungsgeschick gelehrt und nie aufzugeben.
 

Brain City Berlin: Sie organisieren den Alumni-Club der TU in Ghana. Können Sie uns ein wenig darüber erzählen?

Mensah: Der TU-Alumni-Club in Ghana war in den 90er-Jahren sehr aktiv, momentan eher weniger. Auf dem jüngsten Treffen in Berlin haben wir beschlossen, den Club auf dem gesamten afrikanischen Kontinent wieder aufleben zu lassen. Zwei Kollegen aus Mauritius und Kenia sowie ich selbst haben einen neuen Anlauf unternommen, sämtliche Alumni der TU Berlin in Afrika zusammenzubringen. Außerdem wollen wir die TU Berlin in unseren jeweiligen Ländern gut positionieren. Das TU-Alumni-Büro in Berlin wird uns den Kontakt zu neuen Mitgliedern vermitteln. Und die Die DAAD-Außenstelle in Kenia wird uns bei der Organisation unserer ersten Delegiertenversammlung Ende dieses Jahres unterstützen.
 


Brain City Berlin: Pflegen Sie heute noch Kontakte nach Berlin?

Mensah: Einmal ein Berliner, immer ein Berliner. Ich habe noch immer Kontakte zu Kollegen und einigen Kommilitonen in Berlin. Alle meine Reisen nach Deutschland starten in Berlin, daher bin ich der Stadt mehr verbunden als jeder anderen in Deutschland.
 

Brain City Berlin: Was würden Sie jungen Menschen aus dem Ausland empfehlen, die in Berlin studieren möchten?
 
Mensah:
Sie sollten den Mut und ein ehrliches Interesse daran aufbringen, mehr über die schöne Stadt Berlin zu erfahren. Auch sollten sie die deutsche Sprache bereits in ihrem Land zu lernen. Beispielsweise am Goethe-Institut, an einer Sprachschule oder online. Als ein führender Wissenschaft- und Wirtschaftsstandort hat Berlin Jugendlichen aus Ghana und der Subregion viel zu bieten. Deshalb sollten sie sich bei den verschiedenen Universitäten und Hochschulen nach dem aktuellen Kursangebot und Forschungsthemen erkundigen, um eine möglichst gute Wahl zu treffen.